01 Juni 2010

Costa Rica Part 2

Ja, ich war aufgeregt, ging es doch endlich auf das Anwesen des Internet-Milliadärs. Drei Kurven später passierten wir ein unbewachtes Sicherheitstor und fuhren in einen typisch amerikanisch Villenpark. Wir waren angekommen.

Ich blickte mich um. In mir wuchs die Enttäuschung, ich hatte etwas deutlich eindrucksvolleres erwartet als so eine Standard-Villa am Golfplatz, wo der Nachbar der Gynäkologe aus Phoenix ist, der hier seine Ferien verbringt. Na ja. Wenigstens bewohnte Calvin Ayres das größte Haus am Platz und vor der Tür standen zwei Bodyguards.



Über die schlecht sitzenden Anzüge der Leibgarde konnten wir gerade noch hinwegsehen, das Nicht-Vorhanden-Sein englischer Sprache machte mich dann aber doch etwas stutzig. Wie auch immer. Erst mal rein in die Bude.

Drinnen wartete ein gut gelaunter Calvin Ayres auf uns. Allein seine Klamotten ließen etwas zu wünschen übrig: buntes Hawai-Hemd feat. Bermuda-Shorts & Plastik Clocks. Prost!

Ständig begleitet von von einem Camera-Team für seine Internet-Seite zeigte uns Ayres sein Anwesen. Das mit dem Film-Team sollte die kommenden Tage übrigens so bleiben, ständig ne Camera in der Fresse zu haben, schrecklich! Sogar goldene Löwen auf hellem Marmor boten sich unseren Augen – das kannte ich bisher eher aus „MTV-Cribs“, wenn Ne-Yo oder Lil Jon ihre Buden representeten. Meist hat sich bei Leuten wie diesen der Kontostand ja schneller entwickelt als der Geschmack, was dann eigentlich immer in schlimmen Desastern endet. So auch hier in Costa Rica.

Nach zwei, drei Bier hatten wir auch schon 12 Geschichten über wilde Besäufnisse mit Paris Hilton und allen anderen schillernden Persönlichkeiten des Jet-Sets gehört, um dann an den Tisch gebeten zu werden. Das Bier mussten wir übrigens aus Plastikkelchen trinken. Mit Zuckerrand. Stefans Becher war türkis eingefärbt, meiner eher perlmutt. Dann ging die Tür zum Poolhaus auf und heraus kamen: die Begleiterinnen für den heutigen Abend. Die hatte Calvin anscheinend wohlwollend für uns organisiert.

Die sieben Models, die vor allem durch die Arbeit des örtlichen Schönheitschirurgen bestachen, sollten uns ab dieser Minute nicht mehr von der Seite weichen. Unbehagen machte sich in mir breit. Davor kannte ich ein solches Gefühl nur aus Hamburg vom Kiez, wenn einen die Nutten nicht in Ruhe lassen. Um meine Verwirrung etwas zu bekämpfen, interpretierte ich das als costa-ricanische Gastfreundschaft. Wobei: aus Costa Rica schien keines dieser Models zu kommen. Aber so genau wollte ich das auch gar nicht wissen. Stefan uns ich sind beide glücklich verheiratet und befanden uns von da an eigentlich nur noch auf der Flucht vor unseren aufdringlichen „Begleitungen“.



Das Mahl erinnerte übrigens eher an ein ordentliches Hotel-Buffet und bestach vor allem durch Quantität statt Qualität. Mit am Tisch saß auch die Marketing-Managerin von BODOG, die das Schauspiel recht gelassen hinnahm. Sie war das wohl schon gewohnt.

Um die Peinlichkeit der Szene zu krönen, hatte der Hausherr einen lokalen Show-Act angeheuert. Vier Musiker und drei Tänzerinnen, die in einer nicht enden wollenden Darbietung traditionelle Tänze aufführten. Ich begann allmählich, mich wie beim Promi-Dinner zu fühlen und suchte im Garten Zuflucht. Dort stolperten aber auch nur die Bodyguards in ihren schlecht sitzenden Anzügen umher. Also schoben Stefan und ich kurz nach dem Essen unseren heftigen Jetlag vor, um uns zurück ins Hotel fahren zu lassen. Wir wollten uns noch ja noch etwas ausruhen, um am folgenden Tag in aller Frische den Ausflug zur Yacht sowie das Photoshooting antreten zu können.

Fortsetzung folgt.

Kommentare:

MC Winkel hat gesagt…

Witzig, hab' gerade drüben im Calvin Ayres-Blog gelesen, dass er Gleiches über Deine Turnhose gesagt hat! :)

der Nik hat gesagt…

Das Daily-Pic fiel mir irgendwie direkt ins Auge. Nice, jetzt 2 von den schönen Schirmchen !!!